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| Unser ganzes Wissen beruht auf Schauen - Leonardo da Vinci |
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| Die Sonderung als Entwicklungsprinzip im Erdgeschehen |
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Moderator 155 Beiträge - über 50 Beiträge
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Am Samstag, den 6. Februar fand bei uns im Zweig Ottersberg ein "Seminar zur Erdentwicklung und zum Granit" statt. Eingeladen war der Geologe Dr. Harald Ege aus Berlin. Eine einleitende Darstellung machte Dr. Jobst Wolter (Arzt im Ruhestand) über: "Die Sonderung als Evolutionsprinzip". Im zweiten Teil sprach Harald Ege über: "Der Granit - Goethes Entwicklungsidee der Erde mit Gesteinsbetrachtungen" und im dritten Teil über: "Sonderungen aus dem Granitischen : Turmalin - Topas - Bergkristall".
Hier eine Zusammenfassung, Bilder / Abbildungen folgen noch.....
Ege-Seminar / Sonderung
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Rudolf Steiner charakterisiert Sonderung als allgemein wirkendes Entwicklungsprinzip:
"Darauf beruht ja alle Entwickelung, dass erst aus dem Leben der Umgebung selbständige Wesenheit sich absondert; dann in dem abgesonderten Wesen sich die Umgebung, wie durch Spiegelung einprägt und dann dies abgesonderte Wesen sich selbstständig weiter entwickelt" (GA 13, S. 191).
In dem Sinne entwickelte der Mensch durch die planetarischen Verkörperungen hindurch Stufe um Stufe die vier Wesensglieder, physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, die er heute ausgebildet hat. Dabei hat man es mit einem
"Vorgang zu tun, der darin besteht, dass sich etwas Höheres auf Kosten eines anderen entwickelt, das es aus sich ausscheidet" (GA 11);
das geschah auf jeder planetarischen Stufe und deren Epochen, und da überall Gruppen zurückgeblieben oder fortgeschritten sind, ergibt sich eine Vielzahl von tierischen und pflanzlichen Formen. Am nächsten am gemeinsamen Ursprung stehen die Gesteine, die selbst nur den physischen Leib verinnerlicht haben und durch ihr Zurückbleiben immer mit der Höherentwicklung anderer Wesen in Verbindung standen.
Zwischen den Gesteinen und dem Menschen gliedern sich die Naturreiche auf. Der zu Beginn der Erdenentwicklung im engeren Sinne als erster physisch gewordene Granit steht an der Basis der Gesteine und in polarer Entsprechung dem zuletzt auf dem physischen Plan erschienen Menschen gegenüber.
Die Granitschicht bildet die Grundfeste aller Kontinente der Erde, unter den Ozeanen fehlt sie. Unter der Granitschicht liegt die Basaltschicht, die äußerste die gesamte Erde umspannende Schicht; sie bildet die Ozeanböden. Basalt kann vulkanisch bis zur Erdoberfläche aufsteigen als schwarzes dichtes Gestein; in der Tiefe erstarrt Basalt grobkristallin aus hauptsächlich zwei Mineralen, dem weißen oder blaugrauen Feldspat Plagioklas und dem schwarzen Glimmer-Verwandten Pyroxen, und wird dann Gabbro genannt. Basaltische Gesteine bilden auch den Mond, den Mars und andere Planeten, während Granit nur auf der Erde vorkommt.
Entwicklungsschritt vom Basalt zum Granit
Der Entwicklungsschritt vom Basalt zum Granit ist charakterisiert durch
- das Auftreten von freiem Kiesel als Quarz, der im Basalt und noch tieferen Gesteinen ganz in den gesteinsbildenden Mineralen gebunden ist.
- die Aufnahme von chemisch gebundenem Wasser in die dunklen Minerale, die damit vom Pyroxen zu Hornblende und dem dunklen Glimmer Biotit sich verwandeln (nicht physisch sondern als übersinnliche Metamorphose wie von Blatt zu Blatt einer Pflanze).
- eine Verwandlung des Feldspatigen: im Granit kommt zum weißen Plagioklas der rötliche Feldspat Orthoklas hinzu und mit diesem neu ein Gehalt an Kalium, welches auch im Biotit enthalten ist und im Basalt nicht vorkommt.
Der Granit gliedert sich also in vier Minerale:
1/ durch Eisenreichtum schwarzer, blättriger, reflektierender Glimmer Biotit in körnigen Nestern oft umschlossen von Feldspat,
2/ dem weißen Plagioklas
3/ und dem durch feine Hämatit-Schüppchen rot angefärbten Orthoklas, in rundlichen Ansammlungen mit Tendenz zu Tafeln und polyedrischen Formen, seine guten Spaltflächen reflektieren und er verwittert als erster zu Tonmineralen, die den Ackerboden bilden (Feld-Spat);
4/ und dem weißlich-trüben oder durchsichtigen, vor dunklem Hintergrund grau erscheineneden Quarz, der unauffällig ist, manchmal scharf begrenzte Kristalle bildet aber oft die Zwischenräume der anderen Minerale ausfüllt, auf den unebenen glasartigen Bruchflächen Fettglanz.
Teil 2:
Granit: Gleichgewicht seiner Bestandteile ("kein Enthaltendes, kein Enthaltenes sondern ein vollkommenes Ineinandersein, eine vollkommene Dreieinigkeit seiner Teile...", Goethe). Festwerden, Solideszenz, aus einem Flüssigen, das lebendig war. Vergleich mit Milch: erscheint homogen, trennt sich in Quark und Molke eine gewisse Zeit nachdem sie aus dem Lebensprozess der Kuh herausgetreten ist.
Vielfalt in der Einheit: ein einheitliches Prinzip tritt in den verschiedensten Variationen auf: feinkörnig bis grobkörnig, Glimmer-reich (dunkler) bis Feldspat-reich (heller), je nach Verhältnis der beiden Feldspäte grau-weiße, weiß-rötliche bis rote Gesteinsfarbe, Tendenz zur Ungleichkörnigkeit durch Feldspat-Ansammlungen
Überschreiten des Granits: Glimmer bekommt Übergewicht, ordnet sich in Lagen nach seiner schichtigen Struktur: Gneis mit Schichtung von Glimmer-reichen Lagen und Quarz-Feldspat-reichen Lagen oder Linsen.
Stärkere Glimmer-Sonderung im Glimmerschiefer: heller Glimmer ohne Eisen, nur mehr wenig Feldspat, also ein Quarz-Glimmergestein; neu erscheinen in dem Glimmerschieferstockwerk Granat und Linsen von Dolomit und Kalk-Marmor (Dezi- bis 100er-Meter-Größe).
Über noch feinkörnigere Phyllite geht diese Folge weiter bis zu den Tonschiefern, in denen der Kohlenstoff neu hinzukommt; erste Pflanzenfossilien und Sonderungen des Kohlenstoffs in den mächtigen Steinkohllagern weltweit am Ende des Schiefer-Zeitalters.
Beziehung des Glimmers zum Pflanzlichen: Schichtigkeit, ein- bis zweizellige Lebensschicht der Pflanzen (Kambium, Vegetationskegel). Quarz begleitet diese Entwicklung, Beziehung zu den Sinnesorganen: R. Steiner: "Das Kieselige ist der allgemeine äußere Sinn im Irdischen..." (GA 327, Landwirtsch. Kurs)
Feldspat hat Tendenz sich kugelig zu sondern. Im Gneis als mehr oder weniger stark ausgedünnte oder elliptische Linsen. Mit dem Rückgang des Feldspates in den Glimmerschiefern erscheinen Granat und später Kalkmarmor-Linsen, dem Feldspat verwandte Minerale.
Folge geht über kristalline Kalksteine mit Strukturen aus Bakterienprozessen zu Kalksteinen, in denen mehr und mehr Fossilien von kalkigen Außenskeletten o.ä. erscheinen.
Kalkgesteine gehen über Gips-Gesteine in die Salzgesteine über, das weiße Steinsalz und das rote Kalisalz. Beziehung des Feldspats und Kalk zum Tierischen: Absonderung Innenraum-Bildung, an der Außengrenze zum Anderen entsteht Empfindung und Selbst-Wahrnehmung; R. Steiner: "...das Kalkige ist die allgemeine äußere Begierde im Irdischen..." (GA 327).
Sonderungen aus dem Granitischen
Granitisches dringt in die zerbrechende verhärtende Gneiskruste: Granit-Porphyr (Gesteinsgänge) und Quarz-Porphyr (Ergüsse an der Oberfläche).
Feldspat individualisiert sich substanziell in stärkerer Reinheit und der Form nach: [verzwillingte] Doppeltafelgestalt.
Quarz-Sonderung in den Kugel-Porphyren: dunkle Färbung zeigt höheren Kieselgehalt in den Kugeln an, nimmt zur Mitte hin zu, dann Innenraum mit rotem Jaspis-Quarz und innen klarem Quarz; weitere Individualierung bis zur freien Bergkristall und Amethyst in Drusen und Gängen, in denen die Substanzen bis ins Wässrige und zuletzt Gasförmige sich gesondert haben.
Porphyrartiger Prozess: im Bilde der Prozess der Sonderung eines Enthaltenen in einem Flüssigen (Enthaltenden). Für Goethe ein Schlüsselprozess für das Verständnis vieler verschiedener Gesteinsbildungen; R.Steiner: "...Empfindung weckend (porphyrartig) gliedert sich der Mensch..."
Edelsteinprozesse: in Vertretung des Glimmers tritt der schwarze Turmalin (Schörl) auf, dann der farbig durchscheinende edle Turmalin; in Vertretung des Feldspats erscheint ein härteres gelbes noch undurchsichtiges Mineral (Pyknit) in der Form des Feldspates, dann in Drusenhohlräumen der durchsichtige gelbliche Topas.
Rekonstruktion des Ege-Seminars anhand Notizen und des Buches von Dankmar BOSSE: >Die gemeinsame Evolution von Erde und Mensch<
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Norbert
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| Beitrag vom 17.02.2010 - 08:24 |
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Administrator 2155 Beiträge - über 50 Beiträge
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Puuh, lieber Norbert, das muß ich mir in Ruhe zu Gemüte führen
Danke erst mal
und liebe Grüße
Ralf
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| Beitrag vom 17.02.2010 - 17:53 |
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Moderator 155 Beiträge - über 50 Beiträge
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Leider kann ich aus Copyright Gründen keine Abbildungen zu diesem Beitrag hinzustellen
Norbert
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| Beitrag vom 16.03.2010 - 08:26 |
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Administrator 2155 Beiträge - über 50 Beiträge
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Zitat Original geschrieben von nreuterLeider kann ich aus Copyright Gründen keine Abbildungen zu diesem Beitrag hinzustellen |
Schade ...
Hier zum Thema einen Auszug aus GA 89: "Bewußtsein – Leben – Form. Grundprinzipien der geisteswissenschaftlichen Kosmologie" (1903-1906), Seite 153f (Ausgabe 2001, 234 Seiten):
"Das mineralische Reich drückt die stärkste Sonderung aus. Der Mensch tritt ganz äußerlich zu der dichter werdenden Materie in Beziehung. Mineral, Pflanzen und Tiere stehen in engerem Verhältnis zur Umwelt als er. Die Kräfte des Mineralischen sind äußerliche; die Kräfte des Kristall leben im All, er ist ein Teil des Ganzen, ohne Anspruch auf Sonderheit zu machen. Stufenweise wird der Anspruch auf Sonderheit immer stärker bei den Wesen. Der Mensch ist das am meisten in sich abgesonderte Wesen. Das ist für den physischen Menschen am weitesten geschehen in der Mitte der lemurischen Rasse. Da war das Gehäuse geschaffen für den Geist. Nun vereinigte sich der Geist mit ihm. Und indem sich der Geist herausarbeitet, fängt der Mensch an, sich durch Gemeinsamkeit wieder in die Außenwelt einzugliedern. Erst mußte er sich hinausgliedern, sich sondern; jetzt bildet er die geistigen Gemeinschaften, die Bruderschaft. Was früher Sympathie und Antipathie auf Kama-Ebene war, wird jetzt bewußte Anziehungskraft. Eine bewußte Brüderlichkeit entwickelt sich. Wer einer Bruderloge angehört, kennt nicht mehr die Sonderheit wie andere, er trennt sich nicht von seiner Gruppe, gliedert sich mit vollem Bewußtsein in seine Gruppe ein. Ein Adept hat ein Bewußtsein, welches in seiner Bruderschaft oder Gruppe ruht."
Und aus GA 181: "Erdensterben und Weltenleben. Anthroposophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft" (1918), Seite 139ff, (Ausgabe 1967, 480 Seiten):
"Daß wir als Menschen uns getrennt empfinden, rührt davon her, daß ein jeder aus der gesamten flüssigen Masse, die wir uns für einen bestimmten früheren Zeitraum vorzustellen haben, in Tropfenform herausgerissen ist. Damit aber die einzelnen Seelen nicht wieder zusammenrinnen, müssen wir uns denken, daß jeder Seelentropfen wie in ein Stück Schwamm hineingegangen ist, und dadurch werden sie auseinandergehalten. Nur dadurch, daß wir als Menschen in physischen Leibern und Ätherleibern stecken, sind wir voneinander gesondert. Im Schlafe sind wir nur dadurch voneinander gesondert, daß wir dann die starke Begierde nach unserem physischen Leibe haben, sonst würden wir in der Nacht ganz durcheinander-schwimmen.
Nun können wir die Frage aufwerfen: Was sondert unsere Seelen voneinander in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt? So wie wir mit unserem Ich und unserem astralischen Leib zwischen Geburt und Tod einem physischen Leibe und Ätherleibe angehören, so gehören wir nach dem Tode, also zwischen Tod und einer neuen Geburt, mit unserem Ich und astralischen Leib einem ganz bestimmten Sternengebiete an, keiner demselben, jeder einem ganz bestimmten Sternengebiet. Aus diesem Instinkt heraus spricht man von dem «Stern des Menschen». Das Sternengebiet wenn Sie zunächst seine physische Projektion nehmen – ist peripherisch kugelig, und das können Sie in der mannigfaltigsten Weise verteilen. Die Gebiete überdecken sich, jeder aber gehört einem andern an. Man kann auch sagen, wenn man es seelisch ausdrücken will: Jeder gehört einer anderen Reihe von Archangeloi und Angeloi an. Zu einer Seele gehören Tausende von Archangeloi und Angeloi im Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Denken Sie sich von diesen Tausenden nur einen weg, so kann dieser eine gewissermaßen ausgetauscht werden: dann ist dies das Gebiet der nächsten Seele."
Liebe Grüße
Ralf
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| Beitrag vom 16.03.2010 - 08:47 |
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