Schlußetappe

Schlammvulkan am Asowschen Meer (Bild vergrößern)
Krasnodar, unser Dreh- und Angelpunkt
Nach Durchquerung der Manytsch-Niederungen wurde das beschädigte Automatikgetriebe lauter und wir wollten Krasnodar erreichen. Dort war Irina früher Sanitäterin. In ihrer früheren Station wohnt jetzt ihre beste Freundin von damals. Sie nahm uns gastfreundlich auf. In dieser südlichen Gegend ist es sehr heiß. Sommers ist die Küche im Garten und man tafelt unter den Lauben. Ich wurde gleich gefragt, ob ich nicht da bleiben will, das Kuban-Tal sei so schön! Aber, wir hatten andere Sorgen: ein Austauschgetriebe wurde telefonisch in Wladiwostok bestellt und sollte in 5 Tagen per Luftfracht hierher kommen. Wir nahmen Zelte und alle schweren Teile aus dem Nissan heraus und fuhren 5 Tage ans Meer.
Asowsches und Schwarzes Meer
Auf der Landzunge zwischen diesen beiden Meeren fanden wir eine geeignete Pension. Sie gehört einem begüterten Juden aus Tschernowitz, der davon träumt, sich auch in Baden-Baden ein Anwesen zu kaufen! In der Nähe gab es eine geologische Rarität, einen Schlammvulkan:
Stellvertretend für die vielen hundert älteren Lastzüge und Lieferwagen mit deutscher Aufschrift, die sich auf russischen Straßen bewegen, hier ein Bild:

Sauerbraten-Lieferwagen (Bild vergrößern)
Der Badeaufenthalt war so schön, aber das Automatikgetriebe konnte nicht geliefert werden. Da ging die gute Stimmung zum ersten Mal runter. Meine Kameraden dachten daran, nicht mehr nach Deutschland weiter zu fahren. Ich ermunterte sie: jetzt sind wir schon so nah dran und ihr habt so viele Scherereien gehabt, ein Visum zu bekommen, wir schauen nach, ob es eine Bus-Verbindung ab Krasnodar gibt.
Mit dem Bus von Krasnodar nach Stuttgart
Gesagt, getan. Am 27. Juli nehmen Irina, ihr Sohn und ich den Bus. Alle andern 5 Personen fahren im Toyota auf die Krim und dann weiter durch die Ukraine und Polen nach Deutschland.

Rostow, Überquerung des Don (Bild vergrößern)
Nächsten Morgen um 4 Uhr kommen wir nach Poltawa. Auf dem Markt gibt es alles, Essen, Trinken…Nur, wir haben kein ukrainisches Geld. Wenn wir essen, wollte der Händler uns wechseln. Aber wir wollten um diese Zeit nur eine Tasse Kaffee. Die schenkte er uns!
In Kiew auf dem Busbahnhof, Geschäftszeit, aber keine Möglichkeit des Geldwechsels. In der Not trinken wir den Cognac aus dem schönen Kuban-Tal. Die Busfahrt ist die Härte!
Nach der Durchquerung Polens, wo alles übrigens fast noch gepflegter ausgesehen hat als in Deutschland, erreichen wir am 29. Juli Görlitz. Erst jetzt gelingt es uns, telefonischen Kontakt mit unseren Kameraden im Auto aufzunehmen. Wider Erwarten sind sie noch 200 km hinter uns. In der Nacht auf der Autobahn in Nordbayern überholen sie uns. Wir bitten unseren Busfahrer, am nächsten Rastplatz anzuhalten. Fast noch nie im Leben waren wir so erleichtert. Wir machten einen Tausch: ich wechselte ins Auto und unser Jüngster, Nikita, in den Bus. So konnte ich als Co-Pilot das Auto in 2 ½ Stunden schnell und sicher an Nürnberg und Heilbronn vorbei zu mir nach Hause fahren. Morgens um 4 Uhr holten wir die andern in Stuttgart ab.
Wir haben dann 2 Wochen lang Süddeutschland und das angrenzende Ausland angeschaut und ein Auto gekauft, damit sich niemand mehr in den Bus setzen musste. Die Rückfahrt meiner Kameraden wurde wieder ein Abenteuer.
Auch Ihnen wünsche ich schöne Reisen und interessante Begegnungen!